Euler/Badenheuer: Sprache und Herkunft der Germanen (NEU November 2021)

Sprache und Herkunft der Germanen
Rekonstruktion des Frühurgermanischen vor der Ersten Lautverschiebung

Wie klang die Sprache der frühesten Germanen in der Bronze- und Eisenzeit, also in den ersten beiden Jahrtausenden vor Christus? Diese Frage scheint auf den ersten Blick ganz unbeantwortbar zu sein, denn aus dieser Zeit sind keinerlei Texte erhalten. Die frühesten Runeninschriften stammen aus dem 2. Jahrhundert nach Christus, und aus der Zeit davor kennen wir nur einzelne germanische Wörter aus den Werken antiker Schriftsteller.

Und doch ist es möglich, die Sprache der Germanen in dieser Frühzeit recht genau zu beschreiben. Möglich wird das durch akribischen Vergleich der überlieferten altgermanischen Sprachen untereinander und mit der rekonstruierten proto-indogermanischen Sprache, die im 4. Jahrtausend vor Christus gesprochen worden ist.

Die Fachwelt staunte, als der Münchner Linguist Wolfram Euler im Jahre 2009 mit dem Buch „Sprache und Herkunft der Germanen“ die erste Gesamtdarstellung dieses ältesten Germanisch der Bronze- und Eisenzeit vorlegte: „Das Neuland betretende Werk basiert auf profunder Kenntnis des linguistischen Materials und der wissenschaftlichen Fachliteratur. Für die weitere Beschäftigung mit dem Germanischen ist es von grundlegender Bedeutung“, würdigte der prominente Altgermanist Alfred Bammesberger dieses Buch.

Das Werk hat bei seinem Erscheinen eine seit etwa 120 Jahren bestehende Forschungslücke geschlossen: Erstmals wurden die Übergangsformen zwischen dem westlichen Indogermanischen (um 2000 v. Chr.) und dem Urgermanischen (um 100 v. Chr.) in einer Gesamtdarstellung erforscht und beschrieben. Seither sind zahlreiche Arbeiten erschienen, und das Bild, das wir heute vom frühesten Germanisch haben, ist immer präziser geworden. Die neuen Forschungen und vor allem die weitere Arbeit von Wolfram Euler selbst an diesem Thema haben eine Neuauflage des seit Jahren vergriffenen Buches nötig gemacht. In jedem Buchteil gibt es Ergänzungen und Erweiterungen.

Außerdem haben humangenetische Forschungen der letzten Jahre unser Wissen über vorgeschichtliche Wanderungsbewegungen dramatisch erweitert. Die weit über 100 Jahre lang umstrittene Frage nach der Herkunft der Germanen ist deswegen immer genauer und sicherer beantwortbar. Kapitel I dieses Buches aus der Feder von Konrad Badenheuer skizziert den aktuellen Forschungsstand und beschreibt einige skurrile Irrwege der Wissenschaft beim Umgang mit dem politisch oft missbrauchten Thema der Germanen.

Wolfram Euler und Konrad Badenheuer: „Sprache und Herkunft der Germanen – Rekonstruktion des Frühurgermanischen vor der Ersten Lautverschiebung“

Hardcover im Format 16,4 x 23,2 cm, 372 Seiten, ISBN 978-3-945127-278. 2. Auflage 2021.

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Die Sudetendeutschen – eine Volksgruppe in Europa (ab 25.11.2021)

Die Sudetendeutschen – eine Volksgruppe in Europa
Die Sudetendeutschen – eine Volksgruppe in Europa

Viele wissen überhaupt nicht mehr, dass es sie je gegeben hat: Fast 3,5 Millionen Deutschsprachige lebten bis 1918 auf dem Gebiet der heutigen Tschechischen Republik, im Grenzgebiet von Böhmen und Mähren, aber viele auch im Landesinneren, etwa in Prag, dessen Innenstadt seit dem hohen Mittelalter deutschsprachig gewesen war.

Mit der Vertreibung der Jahre 1945 bis 1947 endete schlagartig eine Geschichte, die ins 12. Jahrhundert zurückreicht. Wie ist die Volksgruppe der Deutschen in Böhmen, Mähren und Sudetenschlesien entstanden? Was war ihr Weg in 800 Jahren und was ist von ihr übrig geblieben mehr als 75 Jahre nach der Zäsur der Nachkriegszeit?

All diese Fragen beantwortet dieses Buch klar, detailliert und sehr gut lesbar. 400 Karten und Abbildungen machen alles anschaulich, und immer wieder blitzt schwarzer Humor durch die spannend formulierten Zeilen. Ursprünglich war dieses ungewöhnliche Buch ein Ausstellungskatalog. Herausgeber der Originalausgabe von 2007 war der Sudetendeutsche Rat, ein Koordinierungsgremium zwischen den im Bundestag vertretenen Parteien und den Verbänden der Sudetendeutschen, das Buch wurde damals von der Bundesrepublik Deutschland gefördert.

Nachdem das Werk seit längerem vergriffen war hat nun der Verlag Inspiration Un Limited eine Neuauflage herausgebracht. Das Buch fängt vieles ein von der Faszination einer einzigartigen europäischen Region: In den böhmischen Ländern, dem Gebiet der heutigen Tschechischen Republik, sind über Jahrhunderte hinweg die großen Gegensätze Europas aufeinandergetroffen: Katholizismus und Protestantismus, Deutsche und Slawen, Monarchie und Republik, Nationalsozialismus und Kommunismus, schließlich im Kalten Krieg Totalitarismus und Demokratie. Oft führte die Begegnung der Gegensätze zu fruchtbarer Kooperation mit kulturellen und wirtschaftlichen Glanzleistungen, aber immer zwei Mal – im 15. und 20. Jahrhundert – auch zur gewaltsamen Eskalation. Ein ungewöhnliches Buch, nicht nur für Vertriebene und ihre Nachkommen.

Konrad Badenheuer: „Die Sudetendeutschen – eine Volksgruppe in Europa“

Softcover im Format A 4 (21,0 x 29,7 cm), 148 Seiten mit etwa 400 Abbildungen, ISBN 978-3-945127-339. 4. Auflage 2021.

Ab 25. November 2021 wieder lieferbar.

für 19,90 €

Konrad Löw/Felix Dirsch: Die Stimmen der Opfer (Oktober 2020)

Die Stimmen der Opfer
Jüdische Spuren im ehemaligen Sudetenland

Auch über 75 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg lässt der Völkermord an den Juden Europas die Deutschen nicht los. Wie war dieses beispiellose Verbrechen möglich? Wie viele waren gleichgültig, haben womöglich sogar zugestimmt oder mitgemacht als schon bald nach Hitlers Machtergreifung Anfang 1933 die Judenverfolgung begann?

Niemand kann diese bohrenden Fragen glaubwürdiger beantworten als die Opfer selbst. Dieses Buch dokumentiert die Aussagen von rund 250 jüdischen Zeitzeugen über das Denken und Handeln ihrer nichtjüdischen Nachbarn angesichts einer Politik, die mit sozialer Ausgrenzung begann, bald in offene Verfolgung überging und mitder Deportation in die Vernichtungslager endete.

Frauen und Männer, junge und alte, liberale und orthodoxe Juden aus allen Teilen Deutschlands, aus Dörfern und aus Millionenstädten berichten über ihre Erfahrungen mit ganz normalen Deutschen, mit unpolitischen Menschen, Nazigegnern und mit überzeugten Nazis. Die hier dokumentierten Aussagen machen in erster Linie den Verfolgten selbst Ehre. Sie hätten ja allen Anlass gehabt, angesichts der unvorstellbaren Verbrechen ihre nichtjüdischen Nachbarn ohne weitere Unterscheidungen in Bausch und Bogen zu verdammen. Sie haben es nicht getan, sondern ein sehr facettenreiches Bild der nichtjüdischen Deutschen der Jahre 1933 und 1945 gezeichnet.

Deutlich sichtbar werden Unterschiede in Verbreitung und Intensität des Antisemitismus je nach Altersgruppe, sozialer Schicht, Region und Konfession. Eindrucksvoll klar wird, dass eine große Mehrheit der Deutschen die nationalsozialistische Judenverfolgung abgelehnt hat. Mit über 1.300 Fußnoten haben die beiden Politikwissenschaftler Konrad Löw und Felix Dirsch alle Angaben minutiös belegt. Entstanden ist ein aufwühlendes Buch, das Forschungslücken schließt.

 

Konrad Löw / Felix Dirsch: Die Stimmen der Opfer. Zitatelexikon der deutschsprachigen jüdischen Zeitzeugen zum Thema: Die Deutschen und Hitlers Judenpolitik

Taschenbuch im Format A 5 (21 x 14,7 cm), 391 Seiten, ISBN 978-3-945127-308.

Rezensionsexemplare kostenlos, Anfragen bitte an: info@verlag-inspiration.de.

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80 Thesen zur Vertreibung. Aufarbeiten statt verdrängen. (November 2019)

80 Thesen zur Vertreibung

Jeder vierte Deutsche hat familiäre Wurzeln im untergegangenen, „alten“ Ostdeutschland, also in Schlesien, Pommern, Ost- und Westpreußen oder im Sudetenland. Die gewaltsame Entwurzelung von rund 14 Millionen Menschen aus diesen Regionen nach dem Zweiten Weltkrieg ist eine Zäsur der deutschen Geschichte und hat die Landkarte Europas verändert. Und doch ist es still geworden um dieses Ereignis. Medien und Schulbücher berichten seit langem nur noch wenig darüber, Unwissen ist die Folge. Nur noch ein geringer Anteil der jungen Menschen in Deutschland kann Schlesien, einst eine blühende deutsche Region von der doppelten Größe Hessens, überhaupt noch auf der Landkarte finden.

Dieses Buch versteht sich als Antithese zu Verdrängung und Vergessen. Es ist ein Appell, die historischen Fakten zur Kenntnis zu nehmen, sie völkerrechtlich richtig zu bewerten und dann Schlussfolgerungen zu ziehen: Auch heute noch könnten mit gutem Willen viele Unrechtsfolgen der Vertreibung überwunden werden. Nach Überzeugung der Autoren hätte ganz Europa den Nutzen davon.

Der US-amerikanische Völkerrechtler und Historiker Prof. Dr. Alfred-Maurice de Zayas hat mit diesem Buch jahrzehntelange Forschungen und menschenrechtliche Tätigkeit für die Vereinten Nationen in Genf in 80 Thesen gegossen. Die Vertreibung der Deutschen stellt de Zayas in den weltweiten Kontext einer Situation, in der aktuell über 60 Millionen Menschen von Flucht, Vertreibung und erzwungener Migration betroffen sind. Schon seit mehreren Jahren vertreten die Vereinten Nationen sehr klar das Recht auf die Heimat („right to one‘s homeland“) als Menschenrecht, eine Entwicklung zu der Alfred de Zayas durch seine wissenschaftlichen Veröffentlichungen und zugleich durch seine Arbeit als hochrangiger UNO-Experte beigetragen hat, die aber ausgerechnet in Deutschland nicht allzu viel Beachtung gefunden hat.

Das Buch schließt an eine Broschüre aus dem Jahr 2008 an, die „50 Thesen zur Vertreibung“ von Alfred de Zayas, die im selben Verlag erschienen und seit kurzem vergriffen sind. Die „80 Thesen“ sind freilich ein komplett neues, im Umfang mehr als vervierfachtes Buch, das die einschlägigen politischen und völkerrechtlichen Entwicklungen der vergangenen Jahre berücksichtigt. Viele der Thesen des engagierten Völkerrechtlers sind verglichen mit der Fassung von 2008 noch genauer begründet, noch differenzierter formuliert und noch breiter in den aktuellen geistesgeschichtlichen Kontext Europas eingebettet. Beispielsweise zeigt de Zayas erstmals auf, wie klar jede Vertreibung auch gegen die Zehn Gebote und generell gegen die christliche Ethik verstößt.

Zu den Neuerungen gehört die Koautorschaft des alten und neuen Verlegers Konrad Badenheuer. Seine Beiträge zu dem Buch verleihen den Thesen insbesondere eine exakte Kontextualisierung in die bundesdeutsche geistige Landschaft der Gegenwart. Der Berliner Publizist und Journalist mit Insiderkenntnissen der Vertriebenenverbände geht der Frage nach, wie die massive Verdrängung der Deutschen beim Thema Vertreibung überhaupt zu erklären ist. Wie war es beispielsweise möglich, dass Begriffe wie „Ostdeutschland“ und „Ostbrandenburg“ einfach ihre Bedeutung ändern konnten und heute andere Regionen bezeichnen als früher? Was haben die verschiedenen Bundesregierungen und die Betroffenen selbst durch ihr Tun und Lassen zu dieser – aus Sicht der Betroffenen gewiss fatalen – Entwicklung beigetragen? Der Autor gibt faszinierende Antworten. Die Arbeit der Landsmannschaften seit ihrer Konstituierung um 1950 unterzieht er einer differenzierten, aber in einigen Punkten fast drastischen Kritik. Sein Fazit bleibt für die lange Frist dennoch optimistisch.

Ein weiterer Beitrag aus seiner Feder vergleicht die in Deutschland wenig bekannte Wiedergutmachungspolitik der osteuropäischen Staaten gegenüber den Vertriebenen seit dem Jahre 1990. Wissenschaftliches Neuland erschließt seine Untersuchung der Frage, wie viele Ost- und Sudetendeutsche erst nach ihrer eigentlichen Vertreibung an deren Folgen ums Leben gekommen sind – insbesondere durch hungerbedingte Krankheiten und mangelnde medizinische Versorgung. Im genauen Vergleich mehrerer bereits vorhandener Veröffentlichungen aus verschiedenen Herkunfts- und Aufnahmegebieten quantifiziert er diesen Verlust mit knapp 3,5 Prozent der Betroffenen oder etwa 410.000 Personen. Die bisherige Forschung hat diese Frage ignoriert und damit einen großen weißen Fleck hinterlassen.

Das Buch dokumentiert schließlich wichtige Entschließungen des Bundestages und des Europäischen Parlaments sowie wegweisende Erklärungen der Vereinten Nationen zur Wiedergutmachung von Vertreibungen. Alle diese Dokumente sind aus den 1990er Jahren, also vergleichsweise jung. Im Faksimile wird das Telegramm eines britischen Diplomaten vom 1. August 1945 wiedergegeben und analysiert, was neue Einsichten über die Erwartungen und das Kalkül der damaligen britischen Regierung hinsichtlich der Vertreibung eröffnet. Einige Landkarten und Fotos runden den Dokumentationsteil ab.

Alfred de Zayas / Konrad Badenheuer:
80 Thesen zur Vertreibung – Aufarbeiten statt verdrängen
Taschenbuch, 216 Seiten, mit 15 Abbildungen, davon drei Karten,
ISBN 978-3-945127-292.

Lieferung an Wiederverkäufer mit 35 Prozent Rabatt, bei größeren Bestellmengen versandkostenfrei mit bis zu 50 Prozent. Rezensionsexemplare kostenlos.
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Das vergessene Drama: Verschwundene Orte

Verschwundene Orte

Jetzt in stark erweiterter 2. Auflage mit Beträgen über Schlesien und das nördliche Ostpreußen (Königsberger Gebiet).

Die Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg hatte ein dramatische, kaum bekannte Folge: Weit über 3200 Ortschaften sind komplett von der Landkarte verschwunden. Bis heute kennt niemand die genaue Zahl, denn noch kein Wissenschaftler hat eine vollständige Liste dieser Wüstungen erstellt. Wirtschaftliche und soziale Verwerfungen und ein tiefgreifender Wandel der Kulturlandschaften sind die Folgen des massenhaften Untergangs ehemals deutscher Dörfer.

Besonders betroffen ist das Sudetenland, wo nach tschechischen Quellen über 2400 ländliche Siedlungen nicht mehr existieren. Eine internationale Fachtagung unter Leitung von Prof. Dr. Wilfried Heller hat es im November 2016 unternommen, diesen „weißen Fleck“ am Beispiel des Sudetenlandes und Masurens (südliches Ostpreußen) zu untersuchen. Gefördert wurde diese deutsch-polnisch-tschechische Tagung „Egerer Gespräche“ vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration. Die Broschüre „Verschwundene Orte – Zwangsaussiedlungen, Neuansiedlungen und verschwundene Orte in ehemals deutschen Siedlungsgebieten Ostmitteleuropas“ dokumentiert die schriftlich vorliegenden Referate.

Der Einband des Buches zeigt die Sprengung der Kirche des Ortes Kapellen im Böhmerwald am 4. Juli 1959. Ein einzigartiges Bilddokument aus Beständen des früheren tschechoslowakischen Sicherheitsdienstes.

Wilfried Heller (Hrsg.): „Verschwundene Orte – Zwangsaussiedlungen, Neuansiedlungen und verschwundene Orte in ehemals deutschen Siedlungsgebieten Ostmitteleuropas“

Mit Beiträgen von David Kovařík, Sandra Kreisslová, Wolf-Dieter Hamperl, Franz Worschech, Krystian Heffner/Agniezka Latochka, Dawid Smolorz, Ulrich Mai und Yuri Kostyashov. Taschenbuch im Format A 5 (21 x 14,7 cm), 168 Seiten, mit 64 Abbildungen davon sechs Karten, ISBN 978-3-945127-230.

Wiederverkäufer beliefern wir wie immer mit 35% Rabatt, Rezensionsexemplare kostenlos.

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